Deklination Adjektive

In dieser Lektion erfährst Du die wichtigsten Informationen zur Adjektivdeklination in der deutschen Sprache. Am Ende erwarten Dich ein paar interaktive Übungen.

 Adjektivdeklination – was musst Du wissen, bevor Du sie lernst?

Schön, dass Du hier bist – jetzt lernen wir 48 verschiedene Endungen von Adjektiven! Nein, bleib da! Das war natürlich nur ein Scherz! 🙂

Ich zeige Dir gleich, wie man ganz ohne Schmerzen die berühmte Deklination der Adjektive lernen kann. Mit ihr haben viele Personen Probleme, weil …. sie eben davon überzeugt sind, dass sie 48 verschiedene Endungen lernen müssen – was aber nicht stimmt.

Was ist aber diese Deklination?

Adjektive bekommen verschiedene Endungen, abhängig vom Geschlecht, der Anzahl und des Falls des Substantivs, vor dem sie stehen – genau das wird unter Deklination der Adjektive gemeint.

Sie passen sich einfach mit ihrer Endung an das Substantiv an:

  • „Der nette Mann sitzt am Tisch.“
  • „Ich spreche mit dem netten Mann.“

Darüber, welche Endung das ist, entscheidet der Artikel (der, die , das). Denn es ist der Artikel, der in der deutschen Sprache das Geschlecht, die Anzahl und den Fall des Substantivs angibt. Erinnerst Du Dich noch?

achtung
Stell Dir demnach vor, dass der Artikel der Chef ist, das Adjektiv dessen Vertreter. Welche Endung das Adjektiv daher bekommt, hängt von vom Chef ab – davon ob er bestimmt (der, die, das) oder unbestimmt (ein, eine) ist oder oder ob er ganz ohne Geschlecht ist. Und nun….

 Adjektivdeklination (Tabelle) nach einem bestimmten Artikel

Wenn vor dem Adjektiv ein bestimmter Artikel steht, dann übernimmt dieser praktisch die ganze Arbeit: er bestimmt eindeutig das Geschlecht, die Anzahl sowie den Fall. Das Adjektiv muss sich gar nicht mehr anstrengen, denn es bekommt fast immer die Endung „-en„. Es gibt nur fünf Fälle, in denen die Endung „-e“ lautet. Welche das sind, siehst Du in der folgenden Tabelle.

Merke Dir einfach, wo Du ein “e” hinzu gibst, beim Rest kannst Du ins Blaue hinein die Endung “-en” verwenden:

 derdiedasPlural
Nominativder alte Manndie schöne Fraudas kleine Kinddie schönen Menschen
Genitivdes alten Mannesder schönen Fraudes kleinen Kindesder schönen Menschen
Dativdem alten Mannder schönen Fraudem kleinen Kindden schönen Menschen
Akkusativden alten Manndie schöne Fraudas kleine Kinddie schönen Menschen

Ein paar Beispiele:

  • „Ich sehe den alten Mann.“ (das Adjektiv „alt“ bekommt die Endung „en“, weil nach nahezu allen bestimmten Artikeln die Endung “en” kommt)
  • „Hast du mit dem netten Mann gesprochen?“ (das Adjektiv „nett“ bekommt die Endung „en“, weil nach nahezu allen bestimmten Artikeln die Endung “en” kommt)
  • „Eva spielt mit dem kleinen Hund.“ (das Adjektiv „klein“ bekommt die Endung „en“, weil nach nahezu allen bestimmten Artikeln die Endung “en” kommt)
  • Der kleine Mann am Tisch trinkt einen Kaffee.“ (das Adjektiv „klein“ bekommt die Endung „e“, weil es in fünf Fällen die Endung “e” ist)
  • „Siehst du die schönen Menschen dort?“ (das Adjektiv „schön“ bekommt die Endung „en“, weil nach nahezu allen bestimmten Artikeln die Endung “en” kommt)

Nach welchen Wörtern bekommt das Adjektiv noch die gleiche Endung wie nach bestimmten Artikeln?

Wörter wie „diese“, „welche“, „jede“ , „solche“ und „alle“ kannst Du wie bestimmte Artikel behandeln. Das Adjektiv wird nach einem dieser Wörter immer die gleiche Endung haben, wie nach bestimmten Artikeln, also „-e“ oder „-en“.

  • „Siehst du dieses große Kind?“
  • „Ist jedes schöne Kind blond?“
  • Dieser große Mann trinkt einen Kaffee.“

 Adjektivdeklination (Tabelle) nach unbestimmten Artikeln

Jetzt ändert sich die Situation – der Chef, also der Artikel, ist unbestimmt (ein, eine). Nun aber aus „ein“ oder „eine“ weiß man in einigen Fällen nicht, um welches Geschlecht (maskulin, feminin, neutral) des Substantivs es sich handelt. Genau da schlägt die Stunde seines Stellvertreters – des Adjektivs.

Dort, wo in der oberen Tabelle fünf mal “e” stand, bekommt das Adjektiv die Endung von dem bestimmter Artikel. Das dient der Erkennbarkeit, ob das Substantiv weiblich, männlich oder neutral ist. Schau selbst:

  • „Das ist ein schönes Kind.“ (es ist das Kind, nur aus dem „ein“ ist das Geschlecht nicht klar genug, das Adjektiv ergänzt diese Information mit der Endung „es“)
  • „Das ist ein schöner Hund (es ist der Hund, nur aus dem „ein“ ist das Geschlecht nicht klar genug, das Adjektiv ergänzt diese Information mit der Endung „er“)

Und was ist mit den restlichen Endungen?

Wieder gibst Du überall das “-en” hinzu. Einen Plural gibt es nicht, demnach musst Du auch keinen lernen.

 eineineeinPlural
Nominativein alter Manneine schöne Frauein kleines Kind
Genitiveine alten Manneseiner schönen Fraueines kleinen Kindes
Dativeinem alten Manneiner schönen Fraueines kleinen Kind
Akkusativeinen alten Manneine schöne Frauein kleines Kind

Ein paar weitere Beispiele:

  • „Ein kleiner Hund spielt in dem Park.“ (es ist der Hund, nur aus dem „ein“ ist das Geschlecht nicht klar genug, das Adjektiv ergänzt diese Information)
  • „Hast du letztens ein interessantes Buch gelesen?“ (es ist das Buch, nur aus dem „ein“ ist das Geschlecht nicht klar genug, das Adjektiv ergänzt diese Information)
ein buch am strand
„Hast du letztens ein interessantes Buch gelesen?“ – die Endung des Adjektiv verrät Dir, welches Geschlecht das Buch hat.

 

 Adjektivdeklination nach der Negation “kein” und Possessivartikel

Nach Possessivartikel (mein, dein, unser usw. ) und nach der Negation „kein“ im Singular  haben die Adjektive die gleichen Endungen, wie nach unbestimmten Artikeln. Wie man sich das merken kann? Ein, kein, mein – es reimt sich!

Und welche Endungen haben Adjektive nach Possessivartikel und „kein“ im Plural? Unbestimmte Artikel treten doch nur im Singular auf…

Im Plural haben die Adjektive nach Possessivartikel und nach “kein” die gleichen Endungen, wie nach bestimmten Artikeln.

  • „Mein kleines Kind ist in der Kita.“ (das Adjektiv hat die Endung wie nach dem unbestimmten Artikel „ein“, denn „Kind“ ist der Singular)
  • Meine kleinen Kinder sind in der Kita. (das Adjektiv hat die Endung wie nach dem bestimmten Artikel „die“, weil „Kinder“ der Plural sind)

 Adjektivdeklination (Tabelle) ohne Artikel

Wie es auch im echten Leben vorkommt – der Chef, also der Artikel, ist nicht zur Arbeit erschienen und sein Stellvertreter (das Adjektiv) muss alle Aufgaben übernehmen.

Wenn vor dem Substantiv kein Artikel steht, dann muss das Adjektiv zeigen, welches Geschlecht, Anzahl und welchen Fall das Substantiv hat. Um das zu schaffen, übernimmt das Adjektiv die Endungen, die bestimmte Artikel hätten – die sind aber nicht da.

Die einzige Ausnahme ist der Genitiv , im männlichen und neutralen Geschlecht. Hier hat der Stellvertreter etwas verdreht… Warum auch immer, aber man verwendet die Endung „en“ :

 męskiżeńskinijakiPlural
Nominativ alter Mann schöne Fraukleines Kindschöne Menschen
Genitivalten Mannesschöner Fraukleinen Kindesschöner Menschen
Dativaltem Mannschöner Fraukleinem Kindschönen Menschen
Akkusativ alten Mannschöne Fraukleines Kindschöne Menschen

PS. Dass der Chef (der Artikel) nicht zur Arbeit erscheint, passiert zum Glück recht selten…. 🙂

Wird das Adjektiv immer dekliniert?

Wenn das Adjektiv vor einem Substantiv steht, dann braucht es eine Endung, also wird dekliniert:

  • „Die junge Frau lernt Deutsch.“ (das Adjektiv „jung“ steht vor dem Substantiv ⇒ das Adjektiv wird dekliniert und bekommt die Endung „e“)

Steht das Adjektiv nach dem Substantiv, bekommt es gar keine Endung:

  • „Die Frau ist jung.“ (das Adjektiv „jung“ steht nach dem Substantiv ⇒ das Adjektiv wird nicht dekliniert)

Zusammenfassung

  • Wenn das Adjektiv vor einem Substantiv steht, bekommt es eine Endung (Deklination des Adjektivs)
  • Welche Endung es bekommt, hängt davon ab, welcher Artikel vor ihm steht – bestimmt, unbestimmt oder gar keiner

Zeit für die Übungen!

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