Nominalisierte Adjektive und Partizipien („der Bekannte“, „die Wärme“ etc.)

Nominalisierte Adjektive und Partizipien werden sehr häufig gebraucht. Kennst Du die schon? In dieser Lektion erkläre ich Dir, wie Du nominalisierte Adjektive und Partizipien bilden kannst und in welchen Fällen diese verwendet werden. Mit Übungen zu nominalisierten Adjektiven und Partizipien kannst Du Dein Wissen testen.

Nominalisierte Adjektive und Partizipien in der deutschen Sprache supereinfache Erklärung

Nominalisierte Adjektive und Partizipien (Nominalisierung / Substantivierung von Adjektiven und Partizipien) sind Nomen, die aus einem Adjektiv / Partizip gebildet werden, z. B. aus dem Adjektiv „bekannt” entsteht ein Nomen „der Bekannte”

Wenn Du ein Adjektiv oder ein Partizip in ein Nomen umformen möchtest, dann ersetze die Frage: „wie?” mit „wer? was?”, z. B.:

  • (wie?) krank – (wer?) der Kranke (Mann) 
  • (wie?) warm – (was?) die Wärme 
  • (wie?) angestellt – (wer?) die Angestellte (Frau)

Nominalisierte Adjektive und Partizipien helfen Dir also eine typische Eigenschaft einer Person auszudrücken.

So bildest Du blitzschnell ein Nomen aus einem Adjektiv / Partizip – Grundregeln

Was ist typisch für alle Nomen im Deutschen? Genau an diese Eigenschaften musst Du bei der Nominalisierung der Adjektive / Partizipien denken. Also los geht’s!

3 Schritte, um ein Adjektiv / Partizip in ein Nomen zu ändern:

  1. einen Artikel vor das Adjektiv stellen ( bestimmter Artikel: „der“, „die“, „das“ oder unbestimmter Artikel: „ein“, „eine“)
  2. das Adjektiv großschreiben
  3. das Adjektiv / Partizip in ein Nomen umformen (wie? das erkläre ich Dir gleich)

Schau Dir folgende Beispiele an:

  • kalt – die Kälte („Die Kälte ist nicht auszuhalten.”)
  • krank – der Kranke („Der Kranke muss sofort operiert werden.”)

Was musst Du beim Nominalisieren der Adjektive beachten? – Detailregeln

Jetzt geht es weiter. Du brauchst noch eine bestimmte Endung, damit aus einem Adjektiv ein Nomen entsteht. Lass uns sehen, welche Möglichkeiten es dabei gibt.

# Nominalisierte Adjektive mit der Endung  „-e” oder „-er” (bezeichnen Personen)

weiblich: Artikel „die” / „eine” + Adjektiv + Endung „-e”

männlich: Artikel „der” / „ein” + Adjektiv + Endung „-e” oder „-er”

Beispiel:

  • arbeitslos – die Arbeitslose (eine Frau, die keine Arbeit hat)
  • bekannt – der Bekannte (ein Mann, den man kennt)
Hinweis
Nomen in der deutschen Sprache werden groß geschrieben.

Schau Dir zwei Beispiele mit einem bestimmten und unbestimmten Artikel an:

Nominalisierte Adjektive mit einem bestimmten und unbestimmten Artikel
weibliche Formmännliche Form
bestimmter Artikeldie Arbeitslose, die Bekannteder Arbeitslose, der Bekannte
unbestimmter Artikeleine Arbeitslose, eine Bekannteein Arbeitsloser, ein Bekannter

Solche nominalisierten Adjektive wie in der Tabelle dekliniert man wie “normale” Adjektive (d. h. das Adjektiv bekommt eine Endung). Hier gehst Du zur Lektion über die Deklination der Adjektive.

# Nominalisierte Adjektive mit der Endung  „-e” (bezeichnen Abstrakta)

neutral: Artikel „das” + Adjektiv + Endung „-e”

Beispiel:

  • gut – das Gute („Das Gute ist, dass sie endlich einen Job gefunden hat.“)
  • wichtig – das Wichtige / etwas Wichtiges („Ich muss dir etwas Wichtiges sagen.“)

# Nominalisierte Adjektive mit der Endung  „-heit”, „-keit”, „-ität”, -„schaft”, „-e”

Artikel „die” + Adjektiv + Endung 

  • schön – die Schönheit 
  • höflich – die Höflichkeit 
  • kreativ – die Kreativität 
  • hilfsbereit – die Hilfsbereitschaft 
  • groß – die Größe

Was musst Du beim Nominalisieren der Partizipien beachten? – Detailregeln

Um aus einem Partizip ein Nomen zu bilden, muss es eine bestimmte Endung bekommen. Starten wir mit dem Partizip I.

# Nomen gebildet vom Partizip I

Partizip I, auch Partizip Präsens genannt, ist in der deutschen Sprache die Infinitivform von einem Verb + der Buchstaben “-d”, z. B.: „reisend” vom Verb „reisen”.

So verwandelst Du Partizip I in ein Nomen:

weiblich: Artikel „die” / „eine” + Partizip I + Endung „-e”

männlich: Artikel „der” / „ein” + Partizip I + Endung „-e” oder „-er”

Guck mal, wie einfach das ist:

„der reisende Mann“ wird zu „der Reisende“ (Mann) – „Mann” entfällt, denn es ist logisch

  • Der Reisende / Ein Reisender wartet seit 2 Stunden auf einen Zug.“ 

Jetzt ist das Partizip II dran.

Nomen gebildet vom Partizip II

Partizip II, auch Partizip Perfekt genannt, ist in der deutschen Sprache die Form, die Du bei der Zeitform Perfekt (Vergangenheit) benutzt, z. B.: „gelernt vom Verb „lernen”.

So verwandelst Du das Partizip II in ein Nomen:

weiblich: Artikel „die” / „eine” + Partizip II + Endung „-e”

männlich: Artikel „der” / „ein” + Partizip II + Endung „-e” oder „-er”

Beispiel:

„die verletzte Frau“ wird zu „die Verletzte“ (Frau) – „Frau” entfällt, denn es ist logisch

  • Die Verletzte / Eine Verletzte hat Kopfschmerzen.“
Hinweis
Nominalisierte Partizipien I und II dekliniert man genauso wie Adjektive.

Nominalisierte Adjektive und Partizipien – Zusammenfassung

  • Aus einem Adjektiv / Partizip kann man ein Nomen bilden.
  • Damit aus einem Adjektiv / Partizip ein Nomen entsteht, muss man das nominalisierte Adjektiv / Partizip großschreiben und einen Artikel davor stellen.
  • Nominalisierte Adjektive und Partizipien werden wie Adjektive dekliniert.

Nominalisierte Adjektive und Partizipien – Übungen

Du möchtest dieses Thema üben? Hier findest Du Online-Übungen zu nominalisierten Adjektiven und Partizipien.

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