Lokale Präpositionen

In dieser Lektion lernst du die wichtigsten Informationen zu den lokalen Präpositionen im Deutschen kennen. Am Ende der Lektion findest du interaktive Übungen.

Welche Rolle spielen lokale Präpositionen?

Lokale Präpositionen beschreiben einen Ort oder eine Bewegung. Dank der lokalen Präpositionen erkennt man also woher etwas kommt, wo sich etwas befindet oder wohin sich etwas bewegt.

Nach den Präpositionen benutzt man einen dieser Fälle im Deutschen: Dativ, Akkusativ oder Genitiv.

Lokale Präpositionen, die mit Dativ benutzt werden

Ein Nomen, das auf diese Präpositionen folgt, steht immer im Dativ:

  • ab: „Ich esse keine Süßigkeiten ab dem nächsten Monat.“
  • aus: „Ich gehe früh aus dem Haus.“
  • bei: „Ich wohne bei meiner Mutter.“
  • gegenüber: „Er steht gegenüber dem Haus.“
  • nach: „Ich gehe nach Hause.“
  • zu:„Kommst du zu mir?“
  • von: „Ich komme gerade von meinen Eltern.“

Lokale Präpositionen, die mit Akkusativ benutzt werden

Ein Nomen, das auf diese Präpositionen folgt, steht immer im Akkusativ:

  • bis: „Ich will bis ans Ende der Welt fahren.“
  • durch: „Ich fahre durch den Tunnel.“
  • entlang: „Gehen  Sie den Weg entlang.“
  • gegen: „Ich bin gegen eine Wand gelaufen.“
  • um: „Alle sitzen um den Tisch.“

Lokale Präpositionen, die mit Akkusativ oder Dativ benutzt werden (Wechselpräpositionen)

Es gibt auch lokale Präpositionen, die entweder mit Dativ oder mit Akkusativ verwendet werden können. Solche Präpositionen werden Wechselpräpositionen genannt:

voegel und boxen als beispiele fuer die waeschselpraepositionen

Eine Ausnahme bildet die Präposition „bei“, die immer nur mit einem Nomen im Dativ stehen kann.

Wann benutzt man Dativ und wann Akkusativ nach Wechselpräpositionen?

  Wenn wir mit einer Präposition bestimmen „wo“ sich etwas befindet, dann steht das Nomen danach im Dativ.

  Wenn wir mit einer Präposition bestimmen „wohin“ sich etwas bewegt, dann steht das Nomen dazu im Akkusativ.

Zum Beispiel:

  • „Ich sitze in dem Sessel.“ (ich sitze – hier ist keine Bewegung von A nach B, deswegen nach „in“ ist Dativ)
  • „Ich setze mich in den Sessel.“ (ich bewege mich – ich stehe und ich setze mich hin – hier ist eine Bewegung von A nach B, deswegen nach „in“ ist Akkusativ)

Soweit alles klar? 🙂 So sehen die Wechelpräpositionen in der Praxis aus – einmal mit Dativ und einmal mit Akkusativ:

Präpositiob+ Akkusativ (wohin?)+ Dativ (wo?)
anIch gehe an den Strand.Ich spiele am Strand.
aufIch springe auf die Couch.Ich sitze auf der Couch.
hinterSie rennt hinter den Baum.Sie steht hinter dem Baum.
inIch gehe in die Wohnung.Ich wohne in der Wohnung.
nebenStell den Tisch neben mich.Der Tisch steht neben mir.
überIch hänge das Bild über die Couch.Das Bild hängt über der Couch.
unterKomm unter die Decke.Ich liege unter der Decke.
vorIch fahre vor das Haus.Ich warte vor dem Haus.
zwischenIch stecke den Zettel zwischen die Buchseiten.Der Zettel steckt zwischen den Buchseiten.

„Sitzen“ oder „setzen“?

Es gibt eine Gruppe von Verben, die sich zwar sehr ähnlich sind, jedoch etwas ganz anderes bedeuten. Zum Beispiel die Verben „sitzen“ und „setzen“ oder  „legen“ und „liegen“.

Das „legen“ stellt eine Bewegung von A nach B dar, während das „liegen“ eine nicht-Bewegung/einen Zustand beschreibt.

Daher kommt die unterschiedliche Kombination der Präposition mit dem Kasus im Satz: mit „legen“ verwenden wir den Akkusativ, mit „liegen“ verwenden wir hingegen den Dativ. Zum Beispiel:

  • „Ich liege auf der Couch.“ (Dativ)
  • „Ich lege mich auf die Couch.“ (Akkusativ)

Verben, die mit einer Präposition stehen, die den Akkusativ erfordert sind: setzen, stellen, legen, hängen, stecken. Das sind regelmäßige Verben, die eine Bewegung ausdrücken und ein Akkusativobjekt benötigen.

Verben, die mit einer Präposition stehen, die den Dativ erfordert sind: sitzen, stehen, liegen, hängen, stecken.   Das sind unregelmäßige Verben, die eine Situation/einen Zustand beschreiben und kein Dativobjekt benötigen.

ein bild mit dem hund und sessel

Zum Beispiel:

  • „Ich lege das Buch auf den Tisch. „ABER „Das Buch liegt auf dem Tisch.“
  • „Er setzt das Kind auf den Stuhl.“ ABER „Das Kind sitzt auf dem Stuhl.“
  • „Ich hänge das Bild auf die Wand.“ ABER „Das Bild hängt auf der Wand.“

„Zu“ vs. „nach“ – was ist der Unterschied? 

Präpositionen „zu“ und „nach“ bedeuten das gleiche und drücken aus, dass sich etwas in eine Richtung bewegt.

Das „nach“ benutzt man in Zusammenhang mit Kontinenten, Ländern ohne Artikel, Städten und Regionen, und Richtungen. „Zu“ benutzt man eher mit Personen, Orten mit Artikel und Tätigkeiten.

  • „Ich fahre nach Deutschland.“
  • „Ich gehe zu dir.“
  • „Wollen wir nach Asien fliegen?“
  • „Ich gehe zum Friseur/ zum Chef/ zum Arzt.“
  • „Gehst du zum Essen?“
  • „Fahren Sie nach Osten/ links.“

„Nach“ vs. „in“ – was ist der Unterschied? 

Präpositionen „nach“ und „in“ drücken aus, dass sich etwas in eine Richtung bewegt.

Wenn das Land/ der Ort mit einem bestimmten Artikel steht, dann verwendet man „in“.  Wenn das Land/ der Ort ohne Artikel steht, dann verwendet man „nach“:

bilder mit flaggen und merkmalen als beispiele fuer die lokale praepositionen

„Aus“ vs. „von“ – was ist der Unterschied? 

Die Präpositionen „aus“ und „von“ bedeuten, dass man aus einer bestimmten Richtung/ von einem bestimmten Ort kommt. Bei Ländern, Städten oder Gebäuden benutzt man „aus“. Spricht man über Personen oder Tätigkeiten, benutzt man „von“.

  • „Ich komme gerade von meinen Eltern.“
  • „Ich komme vom Einkaufen.“
  • „Er kommt vom Friseur.“
  • „Sie kommt aus Berlin.“
  • „Sie kommen aus Deutschland.“

Präpositionen und Artikel

Sehr häufig passiert es, dass lokale Präpositionen und nachstehende Artikel „zusammengezogen“ werden, und das kommt dabei raus:

Präposition + Artikel=
an + demam
an + dasans
in + demim
zu + derzur
zu + demzum
auf + dasaufs
bei + dembeim
von + demvom

Lokale Präpositionen – wichtigste Informationen auf einem Blick

  • Lokale Präpositionen benutzt man im Deutschen entweder mit dem Dativ oder dem Akkusativ
  • Wechselpräpositionen fordern manchmal den Dativ und manchmal den Akkusativ
  • Wenn mit der Präposition beschrieben wird „wo“ sich etwas befindet, dann steht das Nomen nach der Präposition im Dativ.
  • Wenn wir mit der Präposition ausdrücken „wohin“ sich etwas bewegt, dann steht das Nomen nach der Präposition im Akkusativ.

Übungen zu lokalen Präpositionen

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