Das Verb „werden”

Das Verb „werden“ ist multifunktional – es kann im Satz alleine stehen oder zur Bildung anderer wichtigen Konstruktionen dienen. In dieser Lektion lernst Du alle Funktionen von dem Verb „werden” kennen. Du erfährst ebenso, wie man „werden” konjugiert. Möchtest Du Dein Wissen testen?

Am Ende dieser Lektion findest Du Übungen zum Verb „werden”.

Was solltest Du über das Verb „werden” wissen?

die Verwendung vom Verb werden
Das Verb werden – Verb, mit dem Du eine Zustandsveränderung ausdrückst oder die Zukunftsform Futur I bildest

Das Verb „werden“ steht häufig alleine im Satz (als Vollverb) und bedeutet dann z. B. „eine bestimmte Eigenschaft bekommen“. Meistens wird es jedoch als ein Hilfsverb zur Bildung anderer Konstruktionen verwendet. In diesem Fall hat „werden“ keine eigene Bedeutung.

Beispiele für das Verb „werden“ als Vollverb und Hilfsverb:

  • „Sie wird müde.” (Vollverb)
  • „Ich werde ihn fragen.” (Hilfsverb – hier hilft „werden”, die Zukunftsform Futur I zu bilden)

Welche Konstruktionen noch bildest Du mit dem Verb „werden? Das erfährst Du gleich.

Was bedeutet das Verb „werden” als Vollverb? – Mit Beispielen

Wenn das Verb „werden” im Satz als ein Vollverb steht, dann bedeutet es einen Prozess / eine Zustandsveränderung: jemand wird älter /müde / es wird kalt etc.

Sieh Dir folgende Beispiele für „werden“ als Vollverb an:

  • „Sie wird ohnmächtig.”
  • „Sie wird bald 18.”
  • „Es wird besser.”
  • „Es wird kalt.”
  • „Sie wird eine Schauspielerin.“

Das Verb „werden“ (als Vollverb) benutzt man immer in Verbindung mit einem Adjektiv oder einem Nomen.

„Werden” als Hilfsverb – wann und wozu wird es verwendet? – Mit Beispielen

Das Verb „werden” kann im Satz ebenso als ein Hilfsverb verwendet werden. Dann hat er keine eigene Bedeutung.

Es hilft nur, eine andere Konstruktion zu bilden:

# Futur I 

In der Zeitform Futur I brauchst Du zwei Verben: „werden“ (konjugiert d. h. angepasst an die Person) und ein weiteres Verb im Infinitiv (z. B. „kochen”, „machen”, „gehen” etc.) am Satzende.

Beispiele für das Verb „werden“ als Hilfsverb:

  • „Du wirst das schaffen!”
  • „Sie wird bald in den Urlaub fahren.“
  • „Ich werde viel verdienen.”

Weitere Informationen zum Thema Futur I findest du hier.

# Passiv

Mit dem Passiv betont man eine Handlung oder einen Zustand, z. B. „das Buch wird gelesen“.

Um einen Passivsatz zu bilden, brauchst Du das Verb „werden“ und ein weiteres Verb als Partizip II („gekocht”, „gefragt, „gegessen” etc. – wie bei der Bildung vom Perfekt).

So sehen die Beispielsätze für das Passiv aus: 

  • „Mein Haus wird gebaut.“
  • „Das Fenster wird geöffnet.“
  • „In Spanien wird Spanisch gesprochen.“

Möchtest Du wissen, wie man das Passiv bildet und verwendet? Dann klicke hier: Das Passiv.

Wie Du sicherlich gemerkt hast, musst Du „werden“ immer konjugieren. Lies weiter und lerne die Konjugation von „werden“.

Konjugation von „werden“ im Präsens, Präteritum und Perfekt

Da das Verb „werden” zu unregelmäßigen Verben gehört, musst Du seine Konjugation auswendig lernen.

Sieh Dir folgende Tabelle an – da findest Du die Konjugation von „werden“ im Präsens, Präteritum und seine Form als Partizip II (zur Bildung von der Zeitform Perfekt).

Die Konjugation vom Verb "werden"
Präsens PräteritumPartizip II
ich werdeich wurdegeworden (worden)
du wirstdu wurdest
er/ sie/ es wirder/ sie/ es wurde
wir werdenwir wurden
ihr werdetihr wurdet
sie/ Sie werdensie/ Sie wurden

Die Form „worden” oder „geworden” – welche ist richtig?

Hast Du vielleicht schon Wörter wie: „worden” und „geworden” gesehen? Nun, was sind das für Formen?

# „geworden”

Geworden” ist das Partizip II vom Verb „sein“, das zur Bildung von der Vergangenheitsform Perfekt gebraucht wird:

sein (konjugiert) + geworden

Beispiele:

  • „Ich bin müde geworden.”
  • „Ich bin Arzt geworden.”

# „worden”

Diese Form verwendest Du auch bei der Zeitform Perfekt, jedoch im Passiv. Dann entfällt von der Form „geworden“ das Präfix „ge-“ und es bleibt „worden“. Du brauchst noch ein weiteres Verb als Partizip II:

sein (konjugiert) + Partizip II + worden

Beispiele:

  • „Sie ist falsch verstanden worden.“
  • „Er ist von seinem Chef gelobt worden.“

Zusammenfassung

  • Das Verb „werden” kann im Satz als Vollverb alleine stehen, jedoch meistens wird es zur Bildung anderer Konstruktionen benutzt.
  • Mit „werden“ wird die Zukunftsform Futur I und das Passiv gebildet.
  • Das Verb „werden“ ist unregelmäßig.

Das Verb „werden” – Übungen

Prüfe Dein Wissen! Hier findest Du interaktive Übungen zum Verb „werden“.

Deutsch online üben

Häufige Fragen zum Thema

Was bedeutet „werden”?

„Werden” ist ein deutsches Verb. Seine Bedeutung ist : eine bestimmte Eigenschaft bekommen, z. B. Ich werde müde. Es wird kalt.

Was muss ich über das Verb “werden” wissen?

“Werden” kann im Satz alleine stehen (Vollverb) oder als ein Hilfsverb zur Bildung von anderen Konstruktionen dienen, z. B. der Zukunftsform Futur I (ich werde kochen).

“Werden” als ein Hilfsverb - was bedeutet das?

Wenn das Verb “werden” im Satz mit einem weiteren Verb steht (und nicht alleine als Vollverb), dann hilft es z. B. die Zeitform Futur I oder das Passiv zu bilden: Das Haus wird gebaut. “Werden” als ein Hilfsverb hat keine eigene Bedeutung.

Wie konjugiert man „werden”?

Das Verb „werden” ist unregelmäßig. Es wird wie folgt konjugiert: ich werde, du wirst, er/sie/es wird, wir werden, ihr werdet, sie/Sie werden.

„Worden” und „geworden” – was sind das für Formen?

Die Form „geworden” (Partizip II von sein) verwendet man zur Bildung von Perfekt: Ich bin alt geworden. Die Form „worden” dagegen benutzt man, um einen Passivsatz in der Vergangenheit zu bilden. Dann steht sie hinter dem Partizip II des Vollverbs: Sie ist falsch verstanden worden.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Schreibe einen Kommentar