Infinitiv mit „zu” und ohne „zu“

Infinitiv mit „zu” oder ohne „zu“ – das ist die Frage! Mit dieser Konstruktion bildest Du ganze Menge von nützlichen Sätzen im Deutschen. In dieser Lektion erfährst Du, wann Du den Infinitiv mit „zu“ oder ohne „zu“ verwenden musst.

Zum Schluss habe ich für Dich Übungen zum Infinitiv mit „zu“ und ohne „zu“ vorbereitet.

Infinitiv mit „zu” und ohne „zu” – Was ist das? (einfach erklärt)

Infinitiv mit oder ohne zu
Den Infinitiv mit „zu“ verwendet man, wenn sich eine Handlung im Satz auf eine andere Handlung bezieht.

Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs – im Deutschen: immer mit der Endung -en, z. B. helfen.

In der deutschen Grammatik gibt es Sätze, in denen es außer dem „normalen“ Verb noch ein weiteres Verb im Infinitiv gibt, z. B. „Ich habe heute viel zu tun.“ Das erste Verb „habe“ ist konjugiert (angepasst an die Person „ich“) und das zweite Verb „tun“ steht im Infinitiv.

Ob vor dem Infinitiv „zu“ stehen muss oder nicht, hängt von dem konjugierten Verb ab.

Analysieren wir zuerst die Infinitivformen ohne „zu“.

Wann wird der Infinitiv ohne „zu“ verwendet? (mit Beispielen)

Schau mal, in welchen Fällen Du den Infinitiv ohne „zu“ benutzen kannst.

In folgenden Fällen steht ein Infinitiv ohne „zu“:

# nach Modalverben (wollen, sollen, mögen, können, dürfen, müssen), z. B.:

  • „Ich will nicht jeden Tag kochen.“

# nach den Verben: helfen, hören, sehen, lassen, z. B.:

  • „Ich sehe ihn kommen.“
  • „Ich lasse ihn nicht alleine gehen.“

# nach den Verben: gehen, kommen, lernen, lehren, bleiben, z. B.:

  • „Sie geht heute tanzen.“
  • „Er kommt uns besuchen.”

# nach den Verben: fühlen, spüren, haben, z. B.:

  • „Ich habe viel Deko auf dem Fensterbrett stehen.“

Aufgepasst
Bei zusammengesetzten Sätzen (z. B. mit einem Hauptsatz und einem Nebensatz) mit den Verben: helfen, lehren und lernen verwendet man häufig den Infinitiv mit „zu“, z. B. „Ich helfe dir, das Auto zu reparieren.“  

So bildest Du einen Satz mit dem Infinitiv ohne „zu“ in verschiedenen Zeitformen

Infinitiv ohne „zu“ in der Gegenwartsform Präsens

Einen einfachen Satz mit dem Infinitiv ohne „zu“ bildest Du im Präsens genauso wie jeden „normalen“ Satz mit zwei Verben:

das konjugierte Verb an 2. Stelle + andere Satzglieder + Infinitiv am Ende

also:

  • „Ich höre ihn in der Küche singen.“

Ändern wir jetzt diesen Beispiel in einen Satz in der Vergangenheit um.

Das Thema Präsens lernst Du hier.

Infinitiv ohne „zu“ in der Vergangenheitsform Präteritum

Das ist wirklich einfach! Du musst nur die Präsensform von dem konjugierten Verb durch seine Präteritumform ersetzen, z. B.:

  • „Ich hörte ihn in der Küche singen.“

Weitere Informationen zum Thema Präteritum findest Du hier.

Infinitiv ohne „zu“ in der Vergangenheitsform Perfekt

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

# bei den Sätzen mit Modalverben sowie mit den Verben: helfen, hören, sehen, lassen:

das konjugierte Verb „haben” an 2. Stelle + 2x Infinitiv am Satzende

  • „ Ich habe ihn in der Küche singen hören.“

– nach den Verben: gehen, kommen, lernen, lehren, bleiben:

das konjugierte Verb „haben” / „sein” an 2. Stelle + Infinitiv + Partizip II am Satzende

  • „Er ist gestern mit seiner Freundin essen gegangen.“

Mehr über die Zeitform Perfekt erfährst Du hier.

Und wann wird der Infinitiv mit „zu“ verwendet?

Wann wird der Infinitiv mit „zu“ verwendet? (mit Beispielen)

In vielen Konstruktionen mit zwei Verben muss vor dem Infinitiv „zu“ stehen. In folgenden Fällen steht der Infinitiv mit „zu“:

# nach Verben, die eine Meinung ausdrücken, wie: meinen, glaubenvermutendenkenerwarten z. B.:

  • „Ich hoffe, meine Tasche nicht zu verlieren.“

# nach Verben, die einen Wunsch, einen Plan, eine Absicht ausdrücken, wie: planen, vergessen, versuchen, aufgeben, sich entscheiden, z. B.:

  • „Ich plane, jeden Sonntag meine Mutter zu besuchen.“

# nach Verben, die einen Beginn ausdrücken: beginnen, anfangen z. B.:

  • „Ich fange an, mich gesund zu ernähren.“

# nach Nomen-Verb-Verbindungen (z. B. „haben“ + ein Nomen) oder nach „sein/finden“ + Adjektiv, z. B.:

  • „Sie hat einen Wunsch, mit mir zu tanzen.“
  • „Es ist nicht möglich, immer perfekt zu sein.“

Infinitiv ohne „zu“ statt eines Nebensatzes mit „dass“

In einigen Fällen kann man einen Satz mit „dass“ einfacher formulieren, indem man ihn durch den Satz mit einem Infinitiv ohne „zu“ ersetzt, z. B.:

  • „Sie bittet mich, dass ich ihr helfe.“

ersetze durch:

  • „Sie bittet mich, ihr zu helfen.“

Solche Umwandlung ist möglich, wenn:

# das Subjekt in beiden Teilsätzen identisch ist, z.B.:

  • Ich hoffe, dass ich das schaffe.” wird zuIch hoffe, das zu schaffen.“

# das Subjekt nach „dass“ eher unwichtig / logisch ist, z. B.:

  • „Ich habe einen Wunsch, dass wir in den Urlaub fahren.“ wird zu „Ich habe einen Wunsch, in den Urlaub zu fahren.“

# das Subjekt nach „dass“ (Nebensatz) und das Dativ- oder Akkusativobjekt in dem Hauptsatz gleich sind, z. B.:

  • „Er verbietet ihr, dass sie jede Woche Pizza isst.“ ersetze durch „Er verbietet ihr, jede Woche Pizza zu essen.“

Bilden wir jetzt einen Satz mit dem Infinitiv mit „zu“.

So bildest Du einen Satz mit dem Infinitiv mit „zu“ in verschiedenen Zeitformen

„Zu“ steht direkt vor dem Infinitiv. Schau mal, wie solch einer Satz zu bilden ist.

Infinitiv mit „zu” in der Gegenwartsform Präsens

das konjugierte Verb an 2. Stelle + weitere Satzglieder + zu + Infinitiv am Satzende

Beispiel:

  • „Ich habe heute wenig zu tun.“

 

Aufgepasst
Bei trennbaren Verben z. B. „aufstehen“ musst Du das „zu“ zwischen das Präfix und das Verb stellen: „Ich helfe dir, aufzustehen.”  

Infinitiv mit „zu“ in der Vergangenheitsform Präteritum

Hier muss man nur die Präsensform von dem konjugierten Verb (auf Position 2) durch seine Präteritumform ersetzen:

  • „Ich hatte heute wenig zu tun.“

Infinitiv mit „zu“ in der Vergangenheitsform Perfekt

Sätze mit dem Infinitiv mit „zu“ im Perfekt werden wie folgt gebildet:

# 1.  Möglichkeit

das konjugierte Verb „haben” / „sein” an 2. Stelle + zu + Infinitiv + Partizip II am Satzende

  • „Ich habe heute wenig zu tun gehabt.“

# 2. Möglichkeit ( bei zusammengesetzten Sätzen)

das konjugierte Verb „haben” / „sein” + Partizip II, zu + Infinitiv

  • „Es ist schwer gewesen, ihn zu überzeigen.“
  • „Sie haben eine Absicht gehabt, uns zu besuchen.“

 

Aufgepasst
Bei zusammengesetzten Sätzen steht das Subjekt nur im Hauptsatz! Beispiel: „Ich beginne, meinen Umzug zu planen.”  

Zusammenfassung

  • Ob ein Infinitiv mit oder ohne „zu“ stehen muss, ist von dem konjugierten Verb im Satz abhängig.
  • Den Infinitiv mit „zu“ verwendet man in der Regel, wenn sich eine Handlung im Satz auf die zweite Handlung bezieht (ich beginne zu laufen).
  • „Zu“ stellt man direkt vor dem Infinitiv und bei trennbaren Verben zwischen das Präfix und das Verb.

Infinitiv mit „zu” oder ohne „zu“ – Übungen

Übung macht den Meister! Wir haben für dich zahlreiche Übungsaufgaben mit Lösungen zum Thema „Infinitiv mit zu und ohne zu“ vorbereitet. Kostenlos und ohne Registrierung! Einfach hier klicken und mit dem Lernen beginnen:

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Häufige Fragen zum Thema

Ein Infinitiv mit oder ohne “zu” - was bedeutet das?

In vielen Fällen enthalten deutsche Sätze zwei Verben - ein Verb wird konjugiert und das zweite Verb bleibt im Infinitiv. Der Infinitiv, also die Grundform des Verbs (machen, arbeiten), kann im Satz alleine oder mit “zu” davor stehen. Wovon hängt das ab? Von dem konjugierten Verb.

Wann steht der Infinitiv ohne „zu”?

Das Wort „zu” gibt es nicht nach Modalverben und nach den Verben: helfen, hören, sehen, lassen, gehen, kommen, lernen, lehren, bleiben, fühlen, spüren, haben. Ein Beispiel: Ich gehe heute (x) schwimmen.

Wann benutzt man den Infinitiv mit „zu”?

Eine allgemeine Regel lautet: “zu” vor dem Infinitiv ist nötig, wenn sich ein Verb im Satz auf das andere Verb bezieht, z. B. Ich plane ein Haus zu bauen. In folgenden Fällen muss ebenso das “zu” vor dem Infinitiv stehen: nach den Verben, die eine Meinung, einen Wunsch, eine Absicht ausdrücken - meinen, glauben, vermuten, denken, erwarten, planen, vergessen, versuchen, aufgeben, sich entscheiden, nach den Verben: beginnen, anfangen und nach Nomen-Verb-Verbindungen. Ein Beispiel: Ich hoffe, die Prüfung gut zu bestehen.

Wo steht das „zu” bei trennbaren Verben?

Wenn ein Verb ein trennbares Präfix hat, dann muss das “zu” direkt hinter dem Präfix stehen, z. B. Ich plane, morgen früh aufzustehen.

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