Passiv

In dieser Lektion erfährst du alle wichtigen Informationen zum deutschen Passiv. Am Ende erwarten Dich Übungen.

Das deutsche Passiv – was ist das?

Im Passiv werden Gegenstände oder Personen, mit denen etwas passiert, auf einmal zum Subjekt. Das macht sie wichtig:

  • Aktiv: „Ich backe einen Kuchen.“ (in diesem Satz macht “ich”, also das Subjekt “etwas” mit dem Kuchen, also bäckt ihn)
  • Passiv: Der Kuchen wird gebacken.“ (im Passiv wird “der Kuchen” zum Subjekt und ist das Wichtigste. Es spielt keine Rolle mehr, wer ihn bäckt.)
  • Aktiv: „Ich mache die Tür auf.“ (das Subjekt ist in diesem Satz “ich”. Dank ihm ist klar, dass ich und niemand anders die Tür aufmacht.)
  • Passiv: Die Tür wird aufgemacht.“ (im Passiv ist “die Tür” das Subjekt. Wer sie öffnet, ist unwichtig.)

Wozu gibt es überhaupt das Passiv?

Manchmal ist es eben wichtig, WAS gemacht wird / gemacht wurde und nicht, WER es getan hat. Stell Dir einen Chef vor, der das ganze Büro anschreit:

DAS MUSS GEMACHT WERDEN!!”

Dieser Satz steht eben im Passiv – der Chef sagt, dass ETWAS gemacht werden muss – und wer das macht, ist ihm völlig egal. Genau dafür gibt es das Passiv.

Wie bildet man das Vorgangspassiv?

Das Passiv verwendet man am häufigsten im Präsens und Präteritum. Die gute Nachricht ist die, dass es in beiden Zeiten fast identisch gebildet wird.

Das Passiv im Präsens

Der Satz im Passiv besteht im Präsens aus zwei Verben:

das konjugierte Verb „werden“ + Partizip II

Partizip was..? Das Partizip II ist die Form des Verbs, die am häufigsten mit „ge-“ (gegessen, gemacht itp.) gebildet wird. Du brauchst das Partizip II zum Beispiel immer im Perfekt  – „Ich habe gemacht.“

Es wird nur „werden“ konjugiert, das Partizip II steht am Satzende und ist immer identisch, also wird nicht konjugiert:

  • „Ich werde angerufen.“
  • „Du wirst angerufen.“
  • „Er/ sie/ es wird angerufen.“
  • „Wir werden angerufen.“
  • „Ihr werdet angerufen.“
  • „Sie werden angerufen.“
info
Im Passiv spielt die ausführende Person keine Rolle. Wenn Du sie jedoch erwähnen möchtest, darfst Du das natürlich machen. Schreibe einfach vor die Person das Wort “vor”. Denke daran, dass nach “von” immer der Dativ kommt: „Sie werden von dem Herrn Simon angerufen“.

Das Passiv mit Modalverben

Der Satz im Passiv mit Modalverben besteht aus 3 Verben:

das konjugierte Modalverb + Partizip II + werden

Jetzt wird das Modalverb konjugiert und steh an der 2. Position im Satz . Das Partizip II zusammen mit seinem neuen Kumpel, , nämlich „werden“, sitzen am Ende des Satzes und werden nicht konjugiert:

  • „Die Wohnung muss geputzt werden.“
  • „Die Milch muss gekauft werden.“
  • „Vor dem Tor darf nicht geparkt werden.“

Das Passiv Präteritum

Im Präteritum bildet man das Passiv fast genauso wie im Präsens. Der einzige Unterschied ist, dass man statt “werden” das konjugierte “wurden” verwendet – als “werden” im Präteritum. Logisch, nicht wahr?

das konjugierte Verb „wurden“ + Partizip II

  • Ich wurde angerufen.“
  • „Du wurdest angerufen.“
  • „Er/ sie/ es wurde angerufen.“
  • „Wir wurden angerufen.“
  • „Ihr wurdet angerufen.“
  • „Sie wurden angerufen.“

Das Passiv in allen Zeitformen

Obwohl du das Passiv im Futur II oder im Plusquamperfekt nicht allzu oft antreffen wirst, ist es doch ratsam zu wissen, wie das Passiv in allen Zeitformen ausschaut:

ZeitformAktivVorgangspassiv
PräsensJemand streicht die Wände.Die Wände werden (von jemandem) gestrichen.
PräteritumJemand strich die Wände.Die Wände wurden (von jemandem) gestrichen.
PerfektJamand hat die Wände geschtrichen.Die Wände sind (von jemandem) gestrichen worden.
PlusquamperfektJemand hatte die Wände gestrichen.Die Wände waren (von jemandem) gestrichen worden.
Futur IJemand wird die Wände streichen.Die Wände werden (von jemandem) gestrichen werden.
Futur IIJemand wird die Wände gestrichen haben.Die Wände werden (von jemandem) gestrichen worden sein.

Was ist der Unterschied zwischen Vorgangspassiv und Zustandspassiv?

Diese ganzen Sätze mit „werden/wurden“, die Du gerade kennengelernt hast, betreffen das Passiv, welches sich auf die Tätigkeit konzentriert. Es nennt sich Vorgangspassiv.

Es gibt aber noch eine weitere Form des Passiv, welche sich auf das Ergebnis konzentriert. Das nennt sich dann Zustandspassiv. Schau selbst:

  • VORGANGSPASSIV: „Die Tür wird aufgemacht.“ (jemand steht hinter der Tür und Du siehst, dass sie geöffnet wird. Das Vorgangspassiv konzentriert sich auf die Tätigkeitkeit)
  • ZUSTANDSPASSIV: „Die Tür ist aufgemacht.“ (Du siehst die offene Tür, das Ergebnis. Das Zustandspassiv konzentriert sich auf Ergebnissen.)

Wie bildet man den Zustandspassiv?

Statt dem konjugierten Verb „werden“ verwenden wir das Verb „sein“:

konjugiertes Verb „sein“ + Partizip II

Bemerke, dass es zwischen dem Vorgangspassiv und dem Zustandspassiv kaum Unterschiede gibt:

VorgangspassivZustandspassiv
Das Fenster wird geöffnet. /Okno jest otwierane.Das Fenster ist geöffnet. Okno jest otwarte.
Das Auto wird repariert./ Samochód jest reperowany.Das Auto ist repariert./ Auto jest zreperowane.
Der Kuchen wird gebacken. /Ciasto jest pieczone.Der Kuchen ist gebacken./ Ciasto jest upieczone.

Das Zustandspassiv in allen Zeitformen

Und so schaut das Zustandspassiv in allen Zeitformen aus:

ZeitformZustandspassiv
PräsensDie Wände sind gestrichen.
PerfektDie Wände sind (von jemandem) gestrichen gewesen.
PräteritumDie Wände waren (von jemandem) gestrichen.
PlusquamperfektDie Wände waren (von jemandem) gestrichen gewesen.
Futur IDie Wände werden (von jemandem) gestrichen sein.
Futur IIDie Wände werden (von jemandem) gestrichen gewesen sein.

Wir das Passiv oft in der deutschen Sprache verwendet?

Bestimmt fragst Du Dich, ob es sich lohnt, das ganze Passiv zu lernen. Die Antwort ist eindeutig – ja. Das Passiv ist im Deutschen doch ziemlich beliebt.

Das Passiv findest Du auf nahezu allen Unterlagen und Behördenbriefen. Dort fühlt es sich am wohlsten.

Wenn Du in Deutschland lebst, hast Du bestimmt schon öfters folgenden Klassiker gelesen: “Ihr Anliegen wird bearbeitet werden.”

Das klingt ganz schön bedrohlich, oder?  Das heißt aber nur, dass sich jemand unserer Angelegenheiten annehmen wird. Und weil es vollkommen egal ist, welcher Beamte genau unseren Fall bearbeiten wird, wird hier das Passiv verwendet.

Das deutsche Passiv – Zusammenfassung

  • Das Passiv wird verwendet, wenn nicht bekannt ist, wer eine Tätigkeit ausführt oder wenn die Person keine Rolle spielt oder wenn es sich um die offizielle Behördensprache handelt.
  • Im Präsens wird das Passiv wie folgt gebildet: konjugiertes Verb “werden” + Partizip II
  • Mit Modalverben wird das Passiv so gebildet: konjugiertes Modalverb + Partizip II + werden
  • Im Präteritum wird das Passiv so gebildet: konjugiertes Verb “wurden” + Partizip II
  • Es gibt zwei Arten des Passiv. Das Vorgangspassiv, welches sich auf die Tätigkeit konzentriert und das Zustandspassiv, welches sich auf das Ergebnis konzentriert.

Das deutsche Passiv – Übungen

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