Präteritum

In dieser Lektion erfährst Du alles Wissenswerte zur Vergangenheitsform Präteritum. Am Ende dieser Lektion findest Du interaktive Übungen.

Was ist das Präteritum?

Das Präteritum (auch Imperfekt genannt) ist eine der beiden deutschen Zeitformen, mit der Du über etwas aus der Vergangenheit erzählen kannst. Über Vergangenes kannst Du ebenfalls im Perfekt sprechen:

  • “Ich sagte die Wahrheit.” (die Zeitform Präteritum)
  • “Ich habe die Wahrheit gesagt.” (die Zeitform Perfekt)

Und so sieht das Präteritum in der Praxis aus:

 

eine kranke frau mit einem pflaster auf dem kopf und drei beispielsaetze im praeteritum

P.S. Es gibt noch die Vergangenheitsform Plusquamperfekt, aber darüber reden wir ein andermal – sie ist nicht so wichtig 🙂

Wie bildet man die Vergangenheitsform Präteritum?

Um einen Satz im Präteritum zu bilden, brauchst Du natürlich ein Verb – traditionell mit der richtigen Endung, die man an dem Verbstamm anhängt. Welche Endung das Verb hat, hängt davon ab, ob es ein regelmäßiges Verb oder ein unregelmäßiges Verb ist. 

Na gut, aber was ist denn nun der Verbstamm?

Der Stamm ist das, was übrig bleibt, wenn man “-n” / “-en” abschneidet:

beispiel fuer ein regelmaessiges verb

Die Vergangenheitsform Präteritum mit regelmäßigen Verben

Um ein reguläres Verb ins Präteritum zu verwandeln, musst Du folgende Zutaten in den Zaubertopf werden:

Verbstamm + t + Personalendung

 VerbstammPersonalendungBeispiel
1. Person (ich)mach--teich machte
2. Person (du)mach--testdu machtest
3. Person (er/sie/es)mach--teer machte
1. Person (wir)mach--tenwir machten
2. Person (ihr)mach--tetihr machtet
3. Person (sie/ Höflichkeitsform: Sie)mach--tensie machten

Wie Du siehst, sind das fast die gleichen Endungen, wie in der Gegenwartsform Präsens (… die Du ohnehin im Schlaf können musst 🙂 ).

achtung
Wenn der Verbstamm auf “t” “d” “m” “n” endet, stellt man vor das “t” noch ein “e” – anders könnte man das Wort ja gar nicht aussprechen 🙂 :  
 VerbstammPersonalendungBeispiel
1. Person (ich)arbeit--teich arbeitete
2. Person (du)arbeit--testdu arbeitetest
3. Person (er/sie/es)arbeit--teer arbeitete
1. Person (wir)arbeit--tenwir arbeiteten
2. Person (ihr)arbeit--tetihr arbeitetet
3. Person (sie/ Höflichkeitsform: Sie)arbeit--tensie arbeiteten

Die Vergangenheitsform Präteritum mit unregelmäßigen Verben

Im Fall von unregelmäßigen Verben brauchst Du auch ein Verb – genau genommen seinen Stamm und die dazugehörige Endung:

Verbstamm im Präteritum + Personalendung

Im Fall des unregelmäßigen Verbs musst Du zuerst wissen, wie dessen Stamm im Präteritum aussieht. Na, wie?

Erinnerst Du Dich an eine Tabelle mit den drei Spalten, wo Du zum Beispiel „gehen-ging-gegangen“ fandest? „Ging“ ist der Verbstamm im Präteritum, dem Du noch die zur Person passende Endung hinzufügst.

Bemerke, dass Du jetzt kein “t” zwischen den Stamm und die Endung hinzufügen musst, so wie es bei den regelmäßigen Verben der Fall ist:

 VerbstammPersonalendungBeispiel
1. Person (ich)ging--ich ging
2. Person (du)ging--stdu gingst
3. Person (er/sie/es)ging--er ging
1. Person (wir)ging--enwir gingen
2. Person (ihr)ging--tihr gingt
3. Person (sie/ Höflichkeitsform: Sie)ging--ensie gingen
achtung
Unregelmäßige Verben im Präteritum für „ich“ und „er/sie/es“ haben keine Endungen, hier reicht der Verbstamm.

Na gut, aber woher weiß man jetzt, wie der Stamm von unregelmäßigen Verben im Präteritum aussieht?

Aus der gerade erwähnten, berühmten Tabelle mit den drei Verbformen. Früher oder später musst Du Dich sowieso mit ihr anfreunden (also sie auswendig lernen). Diese Tabelle mit den drei Verbformen und den dazugehörigen Erklärungen und Lernmethoden findest Du hier.

„Sein“ und „haben“ im Präteritum

Die Verben „haben“ und „sein“ sind unregelmäßig. Die Konjugation im Präsens von “haben” und “sein” kennst Du bestimmt schon. Zeit, ihre Konjugationen im Präteritum kennenzulernen:

Konjugation von haben im Präteritum

ich hatte
du hattest
er/sie/es hatte
wir hatten
ihr hattet
sie/Sie hatten

Konjugation von sein im Präteritum

ich war
du warst
er/sie/es war
wir waren
ihr wart
sie/Sie waren

Es ist es wirklich wert, die Konjugation von “haben” und “sein” im Präteritum zu kennen, denn “haben” und “sein” sowie die Modalverben “stehen” auf das Präteritum 🙂 Schau selbst:

Wann verwendet man das Imperfekt?

 Modalverben (können, wollen, müssen, sollen, möchten*, dürfen) sowie mit „haben” und „sein” verwendet man fast immer im Präteritum. Diese Verben klingen im Präteritum einfach besser, deswegen sagt man:

  • „Letztes Jahr war ich in Japan.” (statt: „Letztes Jahr bin ich in Japan gewesen.”)
  • „Ich hatte viel Glück.” (statt: „Ich habe viel Glück gehabt.”)
  • „Als Kind wollte ich Lehrerin werden.” (statt: „Als Kind habe ich Lehrerin werden wollen.”)

Du hörst das Präteritum ebenfalls immer dort, wenn es sehr offiziell wird (zum Beispiel bei Nachrichten im TV oder im Radio). In erster Linie wirst Du das Präteritum aber sehen, denn es ist die Vergangenheitsform der geschriebenen Sprache (in Zeitungen, in wissenschaftliche Arbeiten oder auch in offiziellen E-Mails).

Hier kannst Du mehr über die Unterschiede zwischen Perfekt und Präteritum erfahren.

Die Vergangenheitsform Präteritum: Zusammenfassung

  • Das Präteritum ist neben dem Perfekt die Vergangenheitsform, mit der man über Vergangenes spricht – „Letztes Jahr war ich in Japan.”
  • Man verwendet das Präteritum vor allem in der geschriebenen Sprache (in Zeitungen, in wissenschaftliche Arbeiten oder in offiziellen E-Mails) oder in der gesprochenen, offiziellen Sprache (Nachrichten im TV oder im Radio)
  • Die Vergangenheitsform Präteritum verwendest Du fast immer mit Modalverben (können, wollen, müssen, sollen, möchten*, dürfen) sowie mit „haben” und „sein”

Präteritum – Übungen

Willst du Online-Übungen zum Thema „Präteritum“ ? Dann klicke hier: Deutsch Übungen

Weitere Themen aus der Kategorie: Zeitformen

Willst du noch mehr lernen? Hier findest du weitere Themen, die dich auch interessieren können:

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar